Schönlein-Plakette für Herrn Prof. Dr. rer. nat. Bernhard Hube

23.09.2026


Verleihung der Johann Lucas Schönlein-Plakette der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft e.V. an Professor Dr. rer. nat. Bernhard Hube, Jena, am 18. September 2026 anläßlich der 60. Jahrestagung der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft e.V. gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Medizinische Mykologie in Graz.

Die neben der Ehrenmitgliedschaft höchste Ehrung, die die DMykG zu vergeben hat, ist die Verleihung der Johann Lucas Schönlein –Plakette. Die DMykG hat diese Plakette in den 45 Jahren seit 1981 bisher 28 Mal in unregelmäßigen Abständen verliehen. 

Sie soll Persönlichkeiten zukommen, die sich um Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Mykologie verdient gemacht haben. Das Kuratorium hat sich in diesem Jahr einstimmig für Herrn Professor Bernhard Hube entschieden.

Laudatio

Liebe Kolleginnen und Kollegen der DMykG,

Herr Professor Hube hat bereits als Forscher vor allem auf dem Gebiet der Infektionsmechanismen von Candida albicans zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen erhalten und ist seit 2013 Ehrenmitglied der DMykG. Dennoch und gerade deshalb erfüllt er mit seinem wissenschaftlichen Werk den Zweck der Johann Lucas Schönlein-Plakette, denn er hat sich um die Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Mykologie besonders verdient gemacht. 

Im Jahr 1986 schloss er sein Biologiestudium in Göttingen ab und promovierte 1991 dort zum Dr. rer. nat., erforschte zwischen 1992 und 1996 als Honour Research Fellow mit EG- und DFG-Stipendien in Aberdeen (wo auch der unvergessene große Mykologe Prof. Frank Odds arbeitete) sekretorische Aspartatproteasen von Candida albicans, setzte seine Arbeit in der Abteilung Angewandte Molekularbiologie der Universität Hamburg fort und habilitierte im Jahr 2000 dort im Fach Molekulare Mikrobiologie. Von 2000 bis 2006 war er als Privatdozent für Mikrobiologie an der Freien Universität Berlin und Forschungsgruppenleiter am Robert Koch - Institut mit Virulenzfaktoren von Malassezia furfurCandida glabrata und Candida albicans befasst. In 2006 nahm er den Ruf auf eine W3 Professur am Lehrstuhl Mikrobielle Pathogenität an der Friedrich-Schiller-Universität Jena an und wurde ab 2007 auch Abteilungsleiter der Abteilung Mikrobielle Pathogenitätsmechanismen am Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie e.V. - Hans-Knöll-Institut (HKI), Jena. Die Forschungsschwerpunkte seiner Abteilung sind Infektionsbiologie humanpathogener Pilze (Candida albicansCandida glabrata), Wirt-/Pathogen-Interaktionen und Functional Genomics, Mikroevolution und infektionsassoziierte Gene.

Lieber Herr Hube,

seit Jahren sind Sie Mitglied namhafter nationaler und internationaler Forschungsprojekte, die das Ziel haben, Pathogenitäts- und Resistenzmechanismen von Pilzen und Bakterien im Wechselspiel mit den Wirtsfaktoren zu durchleuchten. Sie haben bedeutende wissenschaftliche Preise und Ehrungen erhalten und geben Ihr Wissen an den wissenschaftlichen Nachwuchs in vielfältiger Weise weiter. Das zeigt sich auch darin, dass Sie beispielsweise ab 2019 als Training Manager des Marie Sklodowska-Curie Innovative Training Network der EU aktiv tätig waren, oder dass Sie hier bei uns mindestens 13 Publikationspreise der DMykG als Co-Autor und damit letztlich als Ideengeber und Förderer seiner Mitarbeitenden erhalten haben. Mir fiel dabei immer Ihre Bescheidenheit auf – Sie ließen Ihren Mitarbeitenden den Vortritt. Unvergessen ist auch zusammen mit Herrn Ruhnke 2012 in Berlin die Organisation der ISHAM – Konferenz, deren Vice-President Sie neben Sybren de Hoog damals waren. 

Schon im Jahr 1998 erhielten Sie den Forschungsförderpreis der DMykG – welch gute Investition der Verantwortlichen (es waren damals im Vorstand Frau Bernhardt, Herr Korting, Herr Seebacher und Herr Fegeler)! Als Sie zusammen mit einem internationalen Autorenteam 2016 das erste Peptid-Toxin, das Candidalysin, von Candida albicans in Nature beschrieben, war das eine wissenschaftliche Sensation, und Sie sind mit Ihrem Team der Erforschung der Interaktionen dieses Toxins mit den intestinalen und genitalen Oberflächen treu geblieben und haben Ihr wissenschaftliches Leben den Pathogenitätsmechanismen von Candida albicans gewidmet. So ist, wie ich meine, quasi die Co-Evolution von Homo sapiens und Candida albicans in Ihrer persönlichen wissenschaftlichen Laufbahn abgebildet. 

Lieber Herr Hube,

es ist mir deshalb eine Freude und Ehre, Ihnen im Namen der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft die Johann-Lucas-Schönlein – Plakette verleihen zu dürfen.

>> Hier können Sie die Laudatio als PDF herunterladen <<

 

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