Nachruf Professor Dr. med. Jörg Ritter

Prof-Ritter

Trauer um Professor Dr. med. Jörg Ritter

Am 17. Juli 2019 verstarb im Alter von 74 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit
Professor Dr. med. Jörg Ritter

Bis 2010 war Professor Ritter Oberarzt an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Pädiatrische Hämatologie und Onkologie des Universitätsklinikums Münster. Als langjähriges und engagiertes Mitglied der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft e.V. hat er maßgeblich zur Entwicklung der mykologischen Diagnostik und Therapie beigetragen.
Wir trauen um einen hochgeschätzten Kollegen und liebenswerten Menschen. Wir werden ihn sehr vermissen. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Frau und seinen Angehörigen.

Im Namen der DMykG e.V.
Professor Dr. med. Dieter Buchheidt
Professor Dr. med. Birgit Willinger
Professor Dr. med. Oliver Kurzai
Professor Dr. med. Andreas Groll

In Memoriam: Professor Jörg Ritter (1944-2019)

Am 17. Juli 2019 ist nach kurzer Krankheit Herr Professor Dr. med. Jörg Ritter, langjähriger Oberarzt der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie des Universitätsklinikums Münster und emeritierter ordentlicher Professor der Universität Münster, im Alter von 74 Jahren verstorben.

Geboren in Friedberg/Hessen als Sohn des Kinderarztes Dr. med. Helmuth Ritter und seiner Ehefrau Ingeborg studierte Ritter nach Erlangung der Hochschulreife am Humanistischen Wilhelms-Gymnasium in Braunschweig von 1964 bis 1969 Medizin in Freiburg. Nach Medizinalassistentenzeit in Freiburg und Hannover, Approbation und Promotion und einem kurzen Intermezzo als Assistenzarzt an der Inneren Abteilung des Städtischen Krankenhauses Goslar verbrachte er zwei Jahre als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft am Max-Planck-Institut für Immunbiologie in Freiburg bei Prof. Westphal und ein weiteres Jahr im Labor für klinische Immunpathologie der Universitäts-Kinderklinik Hamburg bei Professor Fischer, wo er vor allem an der Subtypisierung der ALL arbeitete.

Nach der Facharztweiterbildung bei Professor Oehme in Braunschweig kam er 1979 zu Professor Schellong an die Universitätskinderklinik nach Münster. Sein klinisches und wissenschaftliches Hauptarbeitgebiet war und blieb die Leukämie im Kindesalter, insbesondere die akute myeloische Leukämie. 1982 habilitierte Ritter sich für das Fach Kinderheilkunde und wurde Oberarzt. 1984 erfolgte die Ernennung zum Professor und 1990 erhielt er eine C3 Lebenszeitprofessur. Seine Tätigkeit schlägt sich in über 200 wissenschaftlichen Publikationen und unzähligen Vorträgen auf nationalen und internationalen Veranstaltungen wieder. Er war Mitglied zahlreicher medizinischer Fachgesellschaften und langjähriger Mitorganisator des internationalen Symposiums ‘Acute Leukemias‘. Für sein Engagement wurde Ritter mit mehreren wissenschaftlichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Kind-Philipp-Preis für Leukämieforschung des Stifterverbandes der Deutschen Wissenschaft, den er zusammen mit Professor Schellong und Frau Professor Creutzig für die Etablierung und Durchführung der pädiatrischen AML-Studien erhielt.

Frühzeitig erkannte Ritter die Bedeutung der Kontrolle lebensbedrohlicher Infektionen für die erfolgreiche Behandlung kindlicher Leukämien und machte als einer der ersten in seinem Gebiet den Erkenntnisgewinn und die Vernetzung insbesondere in der Diagnose, Behandlung und Prävention invasiver Pilzinfektionen zu einem seiner wichtigsten Anliegen. Neben einigen epidemiologisch ausgerichteten Studien und mehreren Übersichtsarbeiten ist sein besonderes Engagement in der Organisation und Erstellung von nationalen und internationalen Leitlinien zu nennen, und dies brachte ihm große nationale und internationale Wertschätzung ein. So war er Mitbegründer und langjähriger Leiter der Arbeitsgruppe Infektionen der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH), langjähriger Vorsitzender der Sektion Antimykotische Chemotherapie der Paul-Ehrlich-Gesellschaft (PEG), und Mitglied der Infectious Disease Group der European Organisation for Research and Treatment of Cancer (EORTC). Allen im Gebiet der infektiösen Komplikationen krebskranker oder transplantierter Patienten und der Medizinischen Mykologie Tätigen ist er allgegenwärtig durch seine Präsenz, sein Engagement, und seine tief reflektierten und weiterführenden Beiträge.

Professor Ritter ist Anfang des Jahres 2010 emeritiert worden und von seiner Klinik in einem international besetzten wissenschaftlichen Symposium verabschiedet worden, an dem viele seiner engsten Schüler, Weggefährten und Freunde teilnahmen. Im Oktober 2010 wurde er von der Westfälischen Wilhelms-Universität zum Senior Professor ernannt und war bis zuletzt ordentliches Mitglied der Ethik-Kommission der Ärztekammer Westfalen-Lippe und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Am Herzen lagen ihm das Engagement im Vorstand seiner Kirchengemeinde, und seine Leidenschaft waren die Musik und seine Viola: Neben dem Musizieren im kleinen kammermusikalischen Kreis war er seit 1971 aktives Mitglied des Deutschen Kinderärzteorchesters und als Senior Professor Organisator und Moderator der Vortragsreihe ‘Medizin und Musik‘ der Medizinischen Fakultät.

Wir verlieren mit Professor Ritter einen geschätzten Kollegen und liebenswerten Menschen, der mit seinem ärztlichen Lebenswerk einen substantiellen Beitrag zur Verbesserung der Behandlung von lebensbedrohlich kranken Kindern und Jugendlichen geleistet hat. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Ae Ri, die ihn häufig auf Veranstaltungen begleitet hat und mit vielen von uns bekannt ist, sowie allen weiteren Angehörigen und denen, die ihm nahestanden.

Prof. Andreas H. Groll
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
Universitätsklinikum Münster

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