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Patienten-Information

Vorbeugen und behandeln

Eine Information für stammzelltransplantierte Patienten sowie Patienten mit immunsupprimierenden Therapien

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Pilzinfektionen

Ein zunehmendes Problem bei abwehrgeschwächten Patienten

Autor: Professor Markus Ruhnke

Einleitung

Pilzinfektionen können jeden treffen. Erkrankungen durch sogenannte humanpathogene Pilze können harmlos, aber sehr hartnäckig sein, wie zum Beispiel die oberflächlichen Mykosen an Haut und Schleimhäuten beziehungsweise Hand- und Fußnägeln. Insbesondere die Pilzinfektionen an den Fußnägeln oder in den Zwischenräumen der Fußzehen sind eine regelrechte Volkskrankheit geworden. Andere Schleimhautinfektionen, wie eine Mykose in der Vagina bei der Frau, kann bei einem chronischen Verlauf zu erheblichen Beschwerden führen, welche die Frauen manchmal fast verzweifeln lässt. Richtig gefährlich sind allerdings die invasiven Mykosen, welche die inneren Organe befallen, an denen man versterben kann. Insbesondere die lebensbedrohlichen Erkrankungen und deren Behandlungsmöglichkeiten sollen hier dargestellt werden.

Was ist eine Mykose?

Unter einer Mykose versteht man jede Form einer Pilzinfektion, sei es oberflächlich an der Haut, den Schleimhäuten oder den Finger- und Fußnägeln, oder innerlich (= Tiefe oder auch systemische Mykose genannt) mit Erkrankung der inneren Organe, die durch einen Pilz regelrecht zerstört werden können und der erkrankte Patient dann verstirbt. Unter einer Mykose versteht man allerdings nicht eine Vergiftung nach dem Verzehr von Giftpilzen, die beispielsweise im Wald gesammelt wurden. Dies ist eine regelrechte Vergiftung durch die Freisetzung eines Giftes (= Toxin) des entsprechenden Pilzes. Das klassische Beispiel hierfür ist die Vergiftung nach Verzehr eines Knollenblätterpilzes im Gegensatz zum Verzehr von Speisepilze (z.B. Champignons). Dies führt in vielen Fällen zu einem Leberversagen und endet dann häufig tödlich. Unter einer Mykose versteht man hingegen die Infektion und Erkrankung durch einen sogenannten „humanpathogenen" Pilz, wenn eine mehr oder weniger starke Form der Abwehrschwäche besteht. Man spricht hier von einer opportunistischen Infektion. Die eine Gruppe von typischen Erregern sind die Hefepilze, wobei hier die klassischen Vertreter Candida albicans oder Cryptococcus neoformans heißen. Aus der Gruppe der Candida Spezies gibt es noch zahlreiche weitere Infektionserreger (z.B. Candida glabrata, Candida parapsilosis, Candida tropicalis und andere). Grundsätzlich zählt hierzu auch der Hefepilz Saccharomyces cerevisiae (= Bäckerhefe), der Grundlage für den Hefeteig beim Backen darstellt oder auch als obergärige Bierhefe zum Bierbrauen benötigt wird. Dieser Hefepilz macht hingegen nicht krank und gilt nicht als pathogen. Die andere große Gruppe besteht aus den Schimmelpilzen, wobei hier der typische Erreger Aspergillus fumigatus heißt. Diesen Keim und andere Schimmelpilzerreger (andere Aspergillus-Spezies, Zygomyzeten, Fusarien) kennt man von verschimmelten Lebensmitteln im Haushalt, die nicht krank machen, solange man keine verschimmelten Lebensmittel verzehrt, außer es handelt sich um „harmlose Edelschimmel“ wie bei einigen Käsearten (z.B. Gorgonzola, Camembert), wo Pilze der Gattung Penicillium bei der Herstellung benötigt werden. Schimmelpilze setzen typischerweise Sporen frei, die wir alle mit der normalen Atemluft einatmen, uns aber nicht krank machen, solange unser Immunsystem gesund ist. Allerdings kann es bei einer starken Schimmelbelastung (z.B. Biotonnen, starker Feuchtigkeitsansammlung im Wohn- und Kellerräumen) zu Atemwegsproblemen und Asthma kommen.

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Korrespondenz

Prof. Dr. med. Markus Ruhnke

Med. Klinik und Poliklinik mit Schwerpunkt Onkologie & Hämatologie
Charité Campus Mitte der Humboldt-Universität zu Berlin
Charitéplatz 1, 10117 Berlin - Germany
Tel.: +49 30-450-513102
Fax.:+49 30-450-513907
Email: edeltraud.mauckner@charite.de

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