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Persönliche Nachrichten

Nachrufe



Dr. med. Heinz Malicke, 1933 - 2009

(Ein Nachruf von Werner Mendling, Berlin)

Am 28. September 2009 ist Dr. med. Heinz Malicke überraschend an einer schweren Erkrankung im Alter von 76 Jahren im Kreis seiner Angehörigen verstorben.
Heinz Malicke wurde am 13. September 1933 geboren und ist gynäkologische Mykologe der ersten Stunde in der Nachkriegszeit. Er ist einer der wenigen Frauenärzte der letzten Jahrzehnte, der sich mit der gynäkologischen Mykologie beschäftigt hat.

Heinz Malicke famulierte 1957 in der Frauenklinik Finkenau in Hamburg bei Prof. Dietel. Die Klinik war damals neben Wuppertal, Nürnberg und Dortmund die größte Frauenklinik der Bundesrepublik Deutschland. Dietel’s Oberarzt Rüther weckte beim ihm das Interesse für die Erforschung von Kandidamykosen bei Neugeborenen. Von da ab arbeitete Malicke nebenbei ständig im Pilzlabor der Hautklinik des Universitätskrankenhauses Hamburg-Eppendorf bei dem großen unvergessenen Hans Rieth, der sich über Jahrzehnte als Forscher, Lehrer und Mahner auf dem Gebiet der Pilzkrankheiten des Menschen einen Namen gemacht hat.

Als Prof. Kimmig aus der Universitätshautklinik Hamburg-Eppendorf 1958 während des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe in Frankfurt/Main eins der Hauptreferate hielt, erwähnte er erstmals Heinz Malicke, der 1961 zu den Gründungsmitgliedern der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft in Essen gehörte.

Ab 1962 war Heinz Malicke Assistenzarzt bei Prof. Dietel, baute dort das Pilzlabor auf und absolvierte bis 1968 seine Facharztausbildung für Gynäkologie und Geburtshilfe.
Es folgten zahlreiche Publikationen zum Thema Mykosen in der Gynäkologie und Geburtshilfe. Im Jahre 1963 promovierte Heinz Malicke mit dem Thema „Experimentelle Untersuchungen über das Vorkommen von Hefepilzen bei Neugeborenen und Säuglingen“ in Hamburg bei Dr. Rieth und Prof. Schirren. Ergebnis der Arbeit war, dass die neonatale Hefepilzinfektion hauptsächlich unter der Geburt bei Passage der Geburtswege erfolgt und dass fast ausschließlich Candida albicans der Erreger solcher Mykosen ist.

Rieth berief ihn als Schriftleiter der Zeitschrift Mykosen in deren wissenschaftlichen Beirat.

Nach der Facharztausbildung bekam Malicke 1968 ein Angebot, in der Privatklinik von Dr. Arabin in Siegen mitzuarbeiten. Dort arbeitete Heinz Malicke viele Jahre operativ und geburtshilflich und machte sich 1969 außerdem als Kassenarzt selbstständig.

Von 1968 bis 1969 absolvierte er eine Zusatzausbildung in der Zytologie des weiblichen Genitale am Institut für Pathologie und Universität Gießen bei Hans Ebner, einem Schüler von George Nikolas Papanicolaou. Die Zytologie wurde mit einem Einsende-Labor neben seiner kassenärztlichen gynäkologischen Tätigkeit ein zweites großes Gebiet. Heinz Malicke blieb auch der Mykologie weiterhin treu mit einem Pilzlabor, zahlreichen Vorträgen und einigen Publikationen.

Im Jahre 2001 gab er mit 68 Jahren seine Kassenzulassung ab, blieb aber noch jahrelang privatärztlich tätig. Seine Frau Marita hatte ihm, solange er die Kassenpraxis führte, dort assistiert. Als Tochter des großen Heinz Erhardt hat sie in Berlin eine Künstlervermittlung in einem kleinen Theater.

Heinz Malicke spielte als hervorragender Saxophonist und Klarinettist Dixieland und Swing und in einer Ärzteband modernen Jazz.
Ich kenne Heinz Malicke als eher zurückhaltenden, ruhigen und sachlichen Kollegen mit großer Sachkenntnis und Erfahrung. Wer ihn näher kannte, wusste, dass er Herzenswärme und fürsorglichen Familiensinn hatte.

Es war Heinz Malicke vergönnt, bis wenige Tage vor seinem überraschenden Tod in anscheinender Gesundheit zu Hause zu verbringen. Unsere herzliche Anteilnahme gilt seiner Frau und seinen Kindern.

Werner Mendling, Berlin


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