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09. September 2008

Ausgezeichnete Forschung an Pilzen

Hans-Rieth-Posterpreis für Doktoranden aus dem Hans-Knöll-Institut

Jena, 9. September 2008 – Martin Vödisch, Doktorand am Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut Jena – hat den mit 500 Euro dotierten Hans-Rieth-Posterpreis der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft gewonnen. Der Preis wurde anläßlich der Jahrestagung der Gesellschaft für die gelungene didaktische Aufbereitung eines schwierigen Themas verliehen. Vödisch nahm die Urkunde und das Preisgeld am Wochenende auf einem Festbankett im Hotel Elephant in Weimar entgegen.

Mit einer ausgefeilten Technik war es dem jungen Wissenschaftler aus der Arbeitsgruppe von Prof. Axel Brakhage und Dr. Olaf Kniemeyer zunächst gelungen, sämtliche Proteine des Schimmelpilzes Aspergillus fumigatus in einem zweidimensionalen Gel zu trennen. Durch Massenspektroskopie war es dann möglich, die Unmenge einzelner Proteine zu charakterisieren und im Vergleich mit Datenbanken teilweise zu identifizieren. Somit bekam die Proteinlandkarte des Krankheitserregers gewissermaßen ihre Beschriftung. Der Clou gelang Vödisch schließlich, als er durch geschickte Vorbereitung des Ausgangsmaterials gleichfalls eine Karte der mitochondrialen Proteine erstellen konnte. Die Mitochondrien sind die Kraftwerke jeder Zelle. In ihnen wird die Energie für alle Lebensprozesse bereitgestellt. Sie enthalten ein eigenes charakteristisches Set an Proteinen, das sogenannte mitochondriale Proteom.

Unterstützt wurde Vödisch durch die Doktorandin Daniela Albrecht. Die junge Bioinformatikerin konnte durch monatelanges puzzeln an leistungsfähigen Computern die Datenflut, die sich aus den Experimenten ergeben hatte, zähmen und wertvolle Informationen herausfiltern.

Die Jury hatte angesichts der 60 Poster im Jenaer Universitätshauptgebäude keine leichte Wahl und befand viele vorgestellte Arbeiten für interessant und wichtig. Das Poster von Martin Vödisch hob sich durch eine sehr übersichtliche, optisch ansprechende Gestaltung hervor und war nicht überfrachtet mit Detailinformationen. So bot sich den Tagungsgästen die Gelegenheit, mit den Autoren selbst angeregt zu diskutieren und die eigenen Erfahrungen auszutauschen.
Vödisch zeigte sich nach der Preisverleihung glücklich, dass seine Arbeit solch prominente Anerkennung gefunden hatte: "Wir haben unserer eigenen Arbeitsgruppe, aber auch den Fachkollegen eine wichtige Arbeitsgrundlage an die Hand gegeben. Künftig ist es möglich, Änderungen in der Zusammensetzung des Proteoms schnell zu erkennen und uns einzelne Proteine genauer anzuschauen. Auf diese Weise wollen wir Moleküle finden, die am Krankheitsprozess beteiligt sind. Wenn wir diese in ihrer biologischen Funktion stören, können wir die Infektion vielleicht stoppen."
Aspergillus fumigatus ist ein weit verbreiteter Pilz, der über mikroskopisch kleine Sporen verbreitet wird. Bei Patienten mit defektem Immunsystem kann er tödlich verlaufende Lungeninfekte verursachen. Besonders organtransplantierte Personen sind gefährdet, da ihr Immunsystem medikamentös lahmgelegt wird. Bis heute gibt es kaum wirksame Arzneimittel zur Bekämpfung solcher Infektionen.

Informationen zum HKI (www.hki-jena.de)

Das Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll- Institut – wurde 1992 gegründet und gehört seit 2003 zur Leibniz-Gemeinschaft. Die Wissenschaftler des HKI befassen sich mit der Infektionsbiologie humanpathogener Pilze. Sie untersuchen die molekularen Mechanismen der Krankheitsauslösung und die Wechselwirkung mit dem menschlichen Immunsystem. Neue Naturstoffe aus Mikroorganismen werden auf ihre Wirksamkeit gegen Pilzerkrankungen untersucht und zielgerichtet modifiziert.
Das HKI verfügt derzeit über fünf wissenschaftliche Abteilungen, deren Leiter gleichzeitig berufene Professoren der Friedrich-Schiller-Universtät Jena (FSU) sind. Hinzu kommen drei Nachwuchsgruppen und vier Querschnittseinrichtungen mit einer integrativen Funktion für das Institut, darunter das anwendungsorientierte Biotechnikum als Schnittstelle zur Industrie. Zur Zeit arbeiten 270 Menschen am HKI, darunter 70 Doktoranden.

Informationen zur Leibniz-Gemeinschaft (www.leibniz-gemeinschaft.de)

Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören 82 außeruniversitäre Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Wissenschaft sowie sechs assoziierte Mitglieder. Leibniz-Institute bearbeiten gesamtgesellschaftlich relevante Fragestellungen strategisch und themenorientiert. Dabei bedienen sie sich verschiedener Forschungstypen wie Grundlagen-, Groß- und anwendungsorientierter Forschung. Sie legen neben der Forschung großen Wert auf wissenschaftliche Dienstleistungen sowie Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Die Institute beschäftigen rund 13.700 Mitarbeiter, ihr Gesamtetat beträgt etwa 1,1 Milliarden Euro. Sie werden gemeinsam von Bund und Ländern finanziert.

Ansprechpartner:
Dr. Michael Ramm
Wissenschaftliche Organisation
Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie
- Hans-Knöll-Institut -
Beutenbergstrasse 11a
07745 Jena
+49 (0) 3641 532 10 11 (T)
+49 (0) 3641 532 08 01 (F)
+49 (0) 3641 532 20 11 (F)
pr@hki-jena.de
www.hki-jena.de

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